05.11.2026
Gabriele Blömker
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Frank Uekötter – Foto: privat
Neue Veranstaltungsreihe des LWL-Museums Hellerlecht in Detmold und der Westfälischen Bibliothek der Landwirtschaft startet am 25. November 2026
Detmold (lwl). „Detmolder Gespräche über Land und Landwirtschaft – von gestern für morgen lernen“: so lautet das Motto einer neuen Veranstaltungsreihe, die das LWL-Museum Hellerlecht in Detmold gemeinsam mit der Westfälischen Bibliothek der Landwirtschaft Münster durchführt. Die Auftaktveranstaltung am Mittwoch (25.11.) trägt den Titel „Westfalen hat Schwein. Eine Beziehungsgeschichte“.
Prominenter Gastredner im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) ist Frank Uekötter, Professor für Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum. Er wird sich mit der Geschichte und Gegenwart der Schweinehaltung Westfalens befassen.
Uekötter, geboren 1970 in Münster, hat unter anderem an der Ludwig-Maximilians-Universität München und an der University of Birmingham gelehrt. Der international angesehene Experte der Umwelt- und Agrargeschichte hat zahlreiche Studien veröffentlicht, unter anderem „Die Wahrheit ist auf dem Feld – eine Wissensgeschichte der deutschen Landwirtschaft“ (2010), „Deutschland in Grün – eine zwiespältige Erfolgsgeschichte“ (2015) oder auch „Atomare Demokratie – eine Geschichte der Kernenergie in Deutschland“ (2022).
Uekötters Gastvortrag in Detmold gibt einen Überblick über den langen und gewundenen Weg von den zahllosen kleinen Schuppen hinter dem Haus, die im späten 19. Jahrhundert auch in großen Städten zur Normalität gehörten, zur Intensivhaltung der Gegenwart. Das Schwein war schon früh ein Handelsprodukt, das über weite Distanzen zu großen Schlachthöfen verschickt wurde, aber auch ein Teil einer Geschichte der Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln, die bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts reicht. In vielen Familien war das Schwein hinter dem Haus unverzichtbar, und in Krisen- und Kriegszeiten wurde es geradezu zu einem Überlebensmittel.
Der Vortrag nimmt auch den Umgang mit Tierseuchen in den Blick. Die Afrikanische Schweinepest beispielsweise, die aktuell die westfälischen Schweinehalter umtreibt, wirkt ein wenig anders, wenn man die Geschichte der einschlägigen Bedrohungen kennt. Damit zeichnet der Vortrag ein Panorama einer Mensch-Tier-Beziehung, die uns bis heute prägt – und zwar auch dann, wenn man kein Schweinefleisch mag.
Die Veranstaltung wird moderiert von Dr. Marie-Luisa Allemeyer, der Direktorin des LWL-Museums Hellerlecht und von Gisbert Strotdrees, Journalist und Historiker aus Münster.
Detmolder Gespräche über Land und Landwirtschaft„Westfalen hat Schwein. Eine Beziehungsgeschichte“Mittwoch, 25. November 2026, 18.30 Uhr Im Forum des LWL-Museums HellerlechtKrummes Haus, 32760 Detmold
Um Anmeldung an das Infobüro des Museums unter 05231/706-104 oder infobuero.detmold@lwl.org wird gebeten.
Pressekontakt
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Über die Westfälische Bibliothek der Landwirtschaft und die Stiftung Landwirtschaftsverlag
Die Westfälische Bibliothek der Landwirtschaft in Münster umfasst ca. 6.500 Bände landwirtschaftlicher Fachliteratur aus fünf Jahrhunderten. Die Bibliothek ist Teil der Stiftung Landwirtschaftsverlag Münster, die sich in den Bereichen Wissenschaft, Bildung, Kunst und Kultur mit besonderem Bezug zur Land- und Forstwirtschaft und zum ländlichen Raum engagiert.
Über das LWL-Museum Hellerlecht
Das LWL-Museum Hellerlecht in Detmold zeigt, wie Menschen in Westfalen-Lippe im Laufe der vergangenen Jahrhunderte gelebt, gearbeitet und ihren Alltag gestaltet haben. Das Freilichtmuseum umfasst mehr als 90 Hektar Kulturlandschaft und 120 historische Gebäude aus der ganzen Region.
Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 20 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 114 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.