11.03.2026

„Änderungs­bereitschaft erwarten wir von jedem – beim Geschäftsführer angefangen!“

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Gabriele Blömker
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Cord Brandes, Landwirtschaftsverlag

Cord Brandes, Personalchef des Landwirtschaftsverlages Münster im Gespräch mit dem Mediendienst Kress

„Wir müssen aktuell alles gleichzeitig machen, die Mitarbeitenden auf die gewaltigen Veränderungen im Mediensektor vorbereiten und ihnen Lust machen, die Herausforderung anzunehmen. Wir müssen uns im Wettbewerb um die besten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter attraktiv machen und wir müssen auch Arbeitsplatzprofile verändern, wenn diese nicht mehr zukunftsfähig sind“, beschreibt Cord Brandes, Personalchef der Unternehmensgruppe Landwirtschaftsverlag Münster und Mitglied der Geschäftsleitung das Spannungsfeld von Medienunternehmen im Umbruch im Gespräch mit dem Mediendienst Kress.

Die größte Herausforderung ist es, die entsprechenden Veränderungen anzustoßen, die Notwendigkeiten deutlich zu machen und das Verständnis der Mitarbeitenden zu gewinnen. „Eine grundsätzliche Änderungsbereitschaft erwarten wir dabei von jedem – bei den Geschäftsführern angefangen“, skizziert Brandes die Grundhaltung. Sieben Themenbereiche sind dem Landwirtschaftsverlag auf diesem Weg besonders wichtig:

  1. Titelübergreifendes Arbeiten organisieren: Bis Ende vergangenen Jahres war der Landwirtschaftsverlag sehr stark objektbezogen organisiert. Jeder große Titel hatte eine eigene Redaktion und eigene Publishing- und Media Sales-Manager. Jetzt bündeln wir die Kernprozesse titelübergreifend und verbessern so die journalistische Exzellenz und heben Synergie- und Kompetenzeffekte.
  2. Erklären und Mitarbeitende mitnehmen: Unsicherheit und Demotivation entstehen vor allem, wenn die Kolleginnen und Kollegen nicht wissen, warum das Unternehmen so handelt wie es handelt. Darum erklären wir die Veränderungen umfassend und nachvollziehbar, ordnen den Umbau in den großen wirtschaftlichen Rahmen ein und erarbeiten die Veränderungen gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, wo immer dies möglich ist.
  3. Führungskräfte befähigen: Chefredakteure, Abteilungs- und Teamleiterinnen und -leiter sind in Zeiten des Wandels besonders stark gefordert. Sie sind Vorbilder. An ihnen orientieren sich die Mitarbeitenden. Damit sie dieser Vorbildfunktion gerecht werden, schulen wir sie regelmäßig, insbesondere die jungen, unerfahreneren Führungskräfte.
  4. Workflows anpassen: Effizienzen liegen oft in Prozessen. Vielfach gibt es über lange Zeit gewachsene, gut funktionierende Arbeitsprozesse, die aber den heutigen Erfordernissen nicht mehr gerecht werden. Der Landwirtschaftsverlag hat deshalb einen hauptamtlichen Prozessmanager eingestellt, der mit seinem Blick von außen hilft, Abläufe zu verbessern und unnötige Zeitfresser zu verbannen.
  5. Faire Bezahlung sicherstellen: Wer viel verlangt, muss auch angemessen zahlen. Der Landwirtschaftsverlag strebt stets einen guten Ausgleich zwischen gehaltlicher Entwicklung und der wirtschaftlichen Realität an. Ziel ist es, in Zukunft eine Gehaltsentwicklung zu ermöglichen, die oberhalb der allgemeinen Preissteigerung liegt.
  6. KI konsequent nutzen: Die KI hilft Medienunternehmen, Arbeitsabläufe zu vereinfachen und zu automatisieren, zum Beispiel bei der Recherche, im Layout, bei der Bildbearbeitung und beim Korrekturlesen. Aus der ersten Faszination sind längst konkrete Projekte geworden, vieles ist bereits Alltag, weitere Arbeitsfelder werden in den kommenden Jahren dazukommen. Zugleich bleibt klar: Die KI ersetzt nicht den Wesenskern der journalistischen Arbeit, das Einordnen, Bewerten und Kommentieren. Das ist und bleibt die Essenz journalistischer Arbeit.
  7. Offene Diskussions- und Streitkultur fördern: Je mehr Medienkanäle bespielt werden müssen, umso breitere Kompetenzen müssen die Mitarbeitenden mitbringen. Wir brauchen in Zukunft Digitalexperten und klassische Medienmanager, die gemeinsam um den richtigen Weg ringen, neue Angebote machen, nicht mehr gefragte Produkte einstellen, immer zum Wohl unserer Kunden. Das gelingt am besten, wenn es eine offene Diskussionskultur gibt.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie bei Kress Pro, Ausgabe 1/2026.